Ein Tiny House bauen, kann echt frustrierend sein

Tiny House bauen kann echt frustrierend sein 

Den halben Sonntag habe ich damit verbracht den richtigen Nagel für meine Unterdeckplatte am Dach zu finden. Die gute Nachricht, ich habe dabei viel über den richtigen Dachaufbau gelernt, die schlechte, ich habe den richtigen Nagel immer noch nicht gefunden.

Das eigene Tiny House selbst zu bauen ohne Handwerkerin zu sein, ist manchmal ziemlich frustrierend! Deshalb möchte ich euch heute ein wenig davon erzählen, warum ich Tiny House Workshops organisiere.

Vom Planen ins Machen kommen

Die Teilnehmerin eines Workshops hat einmal zu mir gesagt, dass sie Dank dem Workshop "ins Doing" gekommen ist. Sie hat sofort nach dem Workshop angefangen ihre Ideen in einem Tiny Modellhaus aus Pappe umzusetzen. Das hat mich riesig gefreut, denn genau darum geht es mir!

Ich habe selbst erst vier Jahre von meinem Tiny House geträumt bevor ich 2016 auf einem Workshop von TinyHouseBuild in den USA endlich den Entschluss gefasst habe, es auch wirklich anzugehen. Plötzlich war es ganz leicht anzufangen, denn ich wusste, was der nächste Schritt war den ich gehen musste.

Inspiration sein und Mut machen

Ich selbst wurde von meinen Freunden Andrew und Gabriella Morrison und ihrem Tiny House hOMe inspiriert. Sie haben meiner Tiny House Idee "Atem eingehaucht". Meine Vision ist es auch Tiny House Enthusiasten in Europa einen Impuls zu geben und Mut zu machen, die eigenen Träume anzugehen.

Als Beraterin für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz habe ich jahrelang u.a. Schulungen und Workshops konzipiert und organisiert. Ich weiß genau was einen guten Kurs ausmacht und es bereitet mir große Freude ein Wochenende lang intensiv mit Menschen zu arbeiten die für ihre Idee brennen.

Ein kleines Haus bauen = ein großes Projekt

Wenn man sein Tiny House selbst plant und baut, versucht man sich das Wissen zahlreicher Fachdisziplinen gleichzeitig anzueignen. Was andere jahrelang gelernt haben, versucht man in einem Bruchteil der Zeit zu verstehen und dann auch noch auf den speziellen Fall eines beweglichen Hauses zu übertragen.

Man versucht gleichzeitig Architekt, Fahrzeugbauer, Tischler, Dachdecker, Installateur, Maler, Elektriker und auch noch souveräner Bauleiter zu sein, der alles passend aufeinander abstimmt. Das ist nicht nur wahrsinnig zeitintensiv, sondern auch echt schwierig!

Ich organisiere Tiny House Workshops wie ich sie mir für mich bauunerfahrene Schreibtischtäterin gewünscht habe. Weil es die in Deutschland nicht gab, mach ich das jetzt selbst.

Der richtige Partner - Tischlerei Christian Bock

Für die praktische Workshopreihe in 2018 habe ich mit der Tischlerei Christian Bock den richtigen Partner gefunden. Zum einen überwiegen beim Tiny House die Tischlerarbeiten gegenüber den anderen Disziplinen und zum anderen hat dieses kleine Unternehmen aus Bad Wildungen über die Jahre zahlreiche Tiny Houses gebaut und sich viel Fachwissen und Erfahrung angeeignet. 

Christian Bock ist ein wunderbarer Typ, der offenherzig und wohlwollend auf Menschen zugeht. Er hat pädagogische Lehrerfahrung und ein professionelles  Team in dem jeder Einzelne zählt. Obwohl es nicht sein Kerngeschäft ist und auch keine große Marge bringt, hat er sich darauf eingelassen mit mir dieses Jahr Praxisworkshops durchzuführen.

Konkret werden - Theorie & Praxis

Bei der Suche nach meinem besagten Nagel, habe ich heute hunderte unnötige Sachen gelesen und dadurch viel Zeit verloren. Weiterhin habe ich durch eigene Planungsfehler in den letzten Tagen viel doppelt gearbeitet und auch Geld verloren (... mehr dazu beim nächsten Workshop).

In den Praxisworkshops möchte ich anderen angehenden Tiny House Bauern* durch die Vermittlung von anwendungsbezogenem Fachwissen gaaanz viel Recherchezeit, Geld, Nerven und Stress mit der Familie ersparen.

Mir geht es so, dass ich neues Wissen erst nach eigener Anwendung wirklich verinnerliche und mir es auch dann nur längerfristig merken kann. Deshalb ist mir wichtig, dass wir im Praxisteils meiner Workshop in Kleingruppen gearbeitet wird und aufkommende Fragen direkt vom Fachmann geklärt werden können. 

Mein Anspruch ist, dass theoretisches Wissen der Praxis die Hand reicht. Ungefähr so: "Das ist die Dampfbrems- und Luftdichtungsbahn die sich beim Tiny House bewährt hat, jetzt zeig ich dir, wie du sie mit Hilfe des Tackerers richtig anbringst."

Gruppe & Motivation

Ich habe vor meinem eigenen Bau, bei zwei anderen Tiny Houses mitgeholfen und dadurch eine konkretere Vorstellung davon bekommen, welche Fragen sich bei der Umsetzung auftun und was es heißt körperlich zu arbeiten. Die Lust auf das eigene Tiny House ist dadurch noch größer geworden.

Meine Erfahrung, wie viel Dynamik und Motivation in der Arbeit als Gruppe steckt, versuche ich auch in die Workshops transportieren. Beim letzten Mal gab es viele Aha-Momente beim gemeinsamen Weiterentwickeln von Projektideen und dem Austesten von Werkzeugen. Dein Netzwerk von Tiny House Bauern wird dir auch Unterstützung sein wenn's beim Bauen mal nicht so gut läuft oder du eine zweite Meinung bei einer Entscheidung brauchst.

Eindrücke vom letzten Workshop

Ein paar Bilder vom Februar-Workshop kannst du dir hier anschauen.

Wenn du vorhast dein Tiny House selbst zu bauen, aber noch nicht so richtig weißt wie du es nun konkret angehen sollst, dann komm doch spontan zum nächsten Praxisworkshop. Er findet kommende Woche vom 27.-29. April in der Nähe von Stuttgart statt und wir haben noch ein paar Plätze frei. Weitere Infos & Anmeldung hier

Viele Grüße,
Eure Madeleine

2 Kommentare zu „Ein Tiny House bauen, kann echt frustrierend sein“

  1. Ursula Krumtünger

    Hallo,
    wann finden denn wieder Workshops statt? Ich habe bis jetzt nur
    welche gefunden, die länger zurückliegen. Der vorgeschlagene per
    Video ist auf englisch, das ist nicht jedermans Sache, vor allem wenn es um
    Fachbegriffe geht.
    MfG

    Antworten

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